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VGÖVereinte Grüne Österreichs (VGÖ) war eine der beiden Vorgängerorganisation der österreichischen Grünen.
Der VGÖ ist eine Ökologiebewegung, die sich positiv auf Konrad Lorenz bezog. Allein gelang dem VGÖ der Einzug in den Nationalrat nicht, dazu musste erst eine Listenverbindung mit der Alternativen Liste ALÖ eingegangen werden. Auf lokaler Ebene gelang dem VGÖ jedoch der Einzug in kommunale Parlamente, beispielsweise in Klagenfurt.
Kategorie:Grüne Partei
Kategorie:Österreichische Partei
Die Grünen (Österreich)Die Grünen sind eine im österreichischen Parlament vertretene Partei, die 1986 aus den 1982 gegründeten konservativen Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) und der progressiveren Alternativen Liste Österreich (ALÖ, gegr. 1983) als Grüne Alternative (GA) entstanden ist. Seit 1993 trägt sie die offizielle Bezeichnung Die Grünen - Die Grüne Alternative (Grüne). Der Gegensatz zwischen ehemaliger Alternativer Liste und VGÖ prägt die Partei in vielen Bereichen bis heute, etwa in vielfach unterschiedlichen Meinungen zwischen Bundespartei und Landesparteien.
Heute setzen sich die Grünen neben der Ökologie auch für die Rechte der Minderheiten und für eine ökosoziale Steuerreform ein. Ihre Grundwerte gemäß dem Grundsatzprogramm von 2001 lauten: "basisdemokratisch, gewaltfrei, ökologisch, solidarisch, feministisch, selbstbestimmt". Analysen zeigen, dass die Grünen vor allem ein jüngeres, urbanes, gebildetes Publikum ansprechen.
Die Partei ist Mitglied der Europäischen Grünen Partei.
Geschichte
Die Kampagne gegen die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Zwentendorf (1978) war so etwas wie die Zeugung der Grün-Bewegung; ihre Geburt erfolgte dann 1984 beim erfolgreichen Widerstand gegen das Donaukraftwerk Hainburg (Besetzung der Hainburger Au). Einige spätere Grüne waren an den Friedensdemonstrationen und Kundgebungen der Jahre 1981 bis 1984 beteiligt.
Bundesebene
1986 zogen die Grünen mit 4,82% der Stimmen und acht Mandaten in das österreichische Parlament ein. Bei der vorgezogenen Nationalratswahl 2002 erlangten die Grünen bundesweit 9,47% der Stimmen und 17 Mandate. Dies war damals übrigens der höchste Stimmenanteil einer Grünen Partei in ganz Europa.
Beim Einzug in den Nationalrat traten die Grünen als "BürgerInnenschreck" auf und weigerten sich anfänglich, ihr Verhalten dem der anderen Parteien anzupassen. So weigerten sie sich beispielsweise anfänglich, einen Klubobmann/eine Klubobfrau zu benennen und benannten stattdessen eine Strohpuppe.
Weltweites Aufsehen erregte auch das Hissen der Hakenkreuzfahne am Rednerpult des österreichischen Parlamentes durch den Grünen Abgeordneten Andreas Wabl, um gegen den damaligen Bundespräsidenten Kurt Waldheim zu protestieren.
2003 scheiterten Regierungsverhandlungen auf Bundesebene mit der ÖVP. Der Parteiführung war in diesem Zusammenhang parteiintern Erpressung vorgeworfen worden; sie selbst hatte die Verhandlungen abgebrochen, nachdem die Verhandlungsergebnisse nicht ausreichend waren. Von der Grünalternativen Jugend GAJ war kurzzeitig der Grüne Klub im Parlament besetzt worden.
2003 bildeten die Grünen mit 3 Bundesräten erstmals einen eigenen Klub im Bundesrat.
Bundessprecher seit 1986
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Vorarlberg war das erste Bundesland, in dem eine Grün-Partei bei Wahlen auf Landes- oder Bundesebene Mandate erringen konnte. 13 Prozent der Stimmen beim ersten Antreten bei Landtagswahlen im Jahr 1984 bedeuteten für damalige Verhältnisse eine Sensation. Großen Anteil an diesem Erfolg hatte der urige und charismatische Bregenzerwälder Bauer Kaspanaze Simma, der die Kandidatenliste anführte. Der Einzug in Klubstärke in den Vorarlberger Landtag brachte auch ungeahnte Probleme mit sich, weil im eben erst 1981 fertiggstellen neuen Landhaus nur Räumlichkeiten für drei Parteifraktionen vorgesehen waren. In der Folge konnten sich die Grünen in Vorarlberg in den größeren Gemeinden und auf Landesebene dauerhaft etablieren. Zwischendurch verloren sie aber von 1999 bis 2004 die Klubstärke im Landtag. Derzeitiger Sprecher der Vorarlberger Grünen ist Johannes Rauch.
Ergebnisse der Landtagswahlen in Vorarlberg:
1 Gemeinsames Ergebnis von ALÖ und VGÖ
Ergebnisse der Landtagswahlen in Wien:
1 Angetreten als ALW (Alternative Liste Wien)
Die Wiener Landtagsabgeordeten (und Gemeinderäte/rätinnen) der kommenden Legislaturperiode der Grünen sind:
Maria Vassilakou (Klubobfrau), Waltraut Antonov, Heidi Cammerlander, Christoph Chorherr, Sabine Gretner, Susanne Jerusalem, Alev Korun, Rüdiger Maresch, Martin Margulies, Sigrid Pilz, Ingrid Puller, Marie Ringler, Marco Schreuder, Claudia Sommer-Smolik.
Nichtamtsführende StadträtInnen sind David Ellensohn und Monika Vana.
Die Angelobung erfolgt am 18.11.2005
Bei den Gemeinderats- und Landtagswahlen 2001 erhielten die Grünen 12,45% der Stimmen und damit 11 Mandate im Landtag. Außerdem gelang es ihnen, bei den Bezirksvertretungswahlen im Bezirk Neubau mit 32,55% der Stimmen die stärkste Partei zu werden und somit den Bezirksvorsteher zu stellen. Durch das Wahlergebnis konnten die Wiener Grünen mit Stefan Schennach im Jahr 2001 als erste einen Grünen Bundesrat nominieren. Trotz starker Zugewinne gelang es jedoch nicht, eine Regierungsbeteiligung zu ermöglichen, weil die SPÖ seit 2001 im Landtag wieder eine absolute Mehrheit an Mandaten hält.
Bei den Europawahlen 2004 erreichten die Grünen in Wien ihr bisher bestes Wahlergebnis. Mit 22,2% überholten sie die ÖVP (19,0%) und sind somit auf Platz 2 hinter der SPÖ (37,7%). Im 7.Bezirk (Neubau) bekamen die Grünen 41%. Ebenfalls auf dem ersten Platz sind die Grünen im 4.Bezirk (Wieden), im 6.Bezirk (Mariahilf), im 8.Bezirk (Josefstadt) und im 9.Bezirk (Alsergrund).
Bei den Gemeinderats- und Landtagswahlen 2005 gewannen die Grünen zwar die meisten Stimmen hinzu, konnten aber den angestrebten 2. Platz nicht erreichen und landeten in Stimmen knapp hinter der FPÖ auf Platz 4. Aufgrund der regional unterschiedlichen Stimmenverteilung haben die Grünen allerdings nun mit 14 Mandaten ein Mandat mehr als die FPÖ. Außerdem stellen sie eine zweite nichtamtsführende Stadträtin. Bei den Bezirksvertretungswahlen wurde die Führung in Neubau deutlich ausgebaut, mit der Josefstadt wählte ein zweiter Bezirk mehrheitlich Grün. Damit gibt es nun zwei Grüne Bezirksvorsteher in Wien. Den zweiten Platz und damit jeweils einen Bezirksvorsteher-Stellvertreter erreichten die Grünen in den Bezirken 2, 5, 6, 9 und 15.
[http://wien.gruene.at Wiener Grüne]
Siehe auch: Gemeinderatswahl in Wien 2005
Niederösterreich
Seit 1998 sind die Grünen mit 2 Mandataren im Landtag vertreten, 2003 schafften die Grünen 7,22% und damit 4 Mandate (Klubstatus). Mit Madeleine Petrovic haben die niederösterreichschen Grünen eine ehemalige Bundessprecherin und eine der prononciertesten Tierschützerinnen Österreichs als Klubobfrau.
2005 schafften die Grünen NÖ den Einzug in 100 Gemeindeparlamente und stellen seither 4 Vizebürgermeister.
Oberösterreich
1997 zogen die [http://ooe.gruene.at Grünen Oberösterreich] erstmals in den oberösterreichischen Landtag ein. Nach den Landtagswahlen 2003, bei denen die Grünen Zugewinne verbuchen konnten, kam es nach einem Wahlkampf, der auf eine Grüne Regierungsbeteiligung ausgelegt war, zu Kontroversen innerhalb der Partei über die Regierungsbeteiligung, wobei sich die bürgerliche Fraktion rund um Rudi Anschober durchsetzen konnte und dieser schließlich mit einem Tauschgeschäft - ÖVP-Landeshauptmann gegen Landesrat - Landesrat wurde. Die Linzer Grünen um dem Stadtrat Jürgen Himmelbauer waren am stärksten gegen das Schwarz-Grüne Regierungsübereinkommen aufgetreten. Erstmals konnten die Grünen in Oberösterreich auch eine Bundesrätin nominieren und entsandten Ruperta Lichtenecker in den Bundesrat.
Burgenland
Den Einzug in den burgenländischen Landtag schafften die Grünen erstmals 2000 mit 5,49% und 2 Mandaten. 2005 wurden die zwei Sitze mit 5,21% bestätigt.
Kärnten
In Kärnten traten verschiedene grüne Parteien an (KEL/AL 1984, Anderes Kärnten 1989 und 1994 und Demokratie 99 1999), schafften aber nicht den Einzug in den Landtag, da das Kärntner Wahlrecht die Erringung eines Grundmandates oder das Überspringen einer landesweiten 10%-Hürde für den Einzug in den Landtag verlangt. Erst 2004 schafften sie den Einzug in den Kärnter Landtag, wo sie nun mit dem Kabarettisten Rolf Holub und mit Barbara Lesjak vertreten sind. Auf regionaler Ebene, beispielsweise in Klagenfurt, spielten die Grünen in Kärnten schon länger eine politische Rolle.
Im Klagenfurter Gemeinderat sind die Grünen durch Andrea Wulz, [http://www.koechl.net Matthias Köchl], Angelika Hödl und Reinhold Gasper vertreten. Seit der Kommunalwahl 2003 stellen [http://www.klagenfurt.gruene.at Die Grünen Klagenfurt] erstmals einen Regierungssitz, Andrea Wulz ist amtsführende Stadträtin für die Agenden Frauen, Familie und sozialer Wohnneubau.
Salzburg
Nach den Wahlen 1989 hatten die Grünen zwei Mandatare, 1994 drei und 1999 wieder zwei. Unter Cyriak Schwaighofer blieben die Grünen bei der Landtagswahl 2004 unter ihren Erwartungen und konnten den angestrebten Klubstatus von drei Mandaten nicht erreichen. Wie Wählerstromanalysen zeigten, speisten sich die geringen Zuwächse vor allem aus dem ehemaligen Wählern des Liberalen Forums, welches nicht mehr zur Wahl antrat.
Die Bürgerliste [http://www.buergerliste.at (Website)] ist die Gemeindegruppe der Grünen in der Stadt Salzburg. Sie führt wie viele andere autonome Gemeindegruppen einen eigenen Namen.
Steiermark
Derzeit sitzen im steirischen Landtag drei Abgeordnete der Grünen. [http://www.stmk.gruene.at/team_sonnek.php Klubobfrau Ingrid Lechner-Sonnek], [http://www.stmk.gruene.at/team_zitz.php Mag. Edith Zitz] und [http://www.stmk.gruene.at/team_hagenauer.php Peter Hagenauer]. Es bestehen zwei eigenständige Grüne Parteien: zum einen die [http://www.stmk.gruene.at/ Landespartei], zum anderen existiert für die Landeshauptstadt Graz eine eigenständige Partei unter dem Namen [http://www.graz.gruene.at/ Die Grünen - Alternative Liste Graz].
Im Grazer Gemeinderat sind die Grünen durch [http://www.graz.gruene.at/sigi-binder/ Sigi Binder], [http://www.graz.gruene.at/team/ruecker.php Lisa Rücker,] [http://www.graz.gruene.at/team/candussi.php Hermann Candussi] und [http://www.graz.gruene.at/team/jahn.php Christina Jahn] vertreten.
In der Steiermark befindet sich die größte grüne Jugendorganisation Österreich, die [http://www.gjstmk.gruene.at/ Grüne Jugend Steiermark]. Neben der Grünen Jugend Steiermark existiert in der Steiermark österreichweit die erste landesweite grüne SchülerInnenorganisation, die ECO Students.
Tirol
Die Ergebnisse der Wahlen zum Landtag Tirol:
Wahlen 1984: 2,92%, kein Mandat (angetreten war der Vorläufer Liste für ein anderes Tirol)
Wahlen 1989: 8,26%, drei Mandate (von 36) (Eva Lichtenberger, Jutta Seethaler, Franz Klug).
Wahlen 1994: 10,68%, vier Mandate (Bernhard Ernst, Franz Klug, Max Schneider und Georg Willi (Klubobmann)).
Wahlen 1999: 8,02%, drei Mandate (Maria Scheiber, Elisabeth Wiesmüller, Georg Willi (Klubobmann)).
Wahlen 2003: 15,59%, fünf Mandate (Sepp Brugger, Maria Scheiber, Uschi Schwarzl, Elisabeth Wiesmüller und Georg Willi (Klubobmann)).
In Tirol stellten die Grünen (Die Grünen - die Grüne Alternative Tirol, wie die offizielle Bezeichnung lautet) 1994 mit Eva Lichtenberger die erste grüne Landesrätin in Österreich, betraut mit den Umweltagenden.
Der Anteil von 15,59% bei der Landtagswahl 2003 ist für die österreichischen Grünen das beste Ergebnis, welches je eine Landesorganisation der Grünen erreicht hatte. In Innsbruck erreichten die Grünen annähernd 27% der Stimmen. Das Wahlergebnis brachte auch mit sich, dass die Tiroler Grünen nun erstmals in ihrer Geschichte ein Mitglied des Bundesrates nominieren konnten. Abgeordnete zum Bundesrat seit 2003 ist Eva Konrad, vormals Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft an der Universität Innsbruck.
Die Gemeinderatswahlen 2004 brachten eine Verdopplung der Mandate für die Die Grünen - Die Grüne Alternative Tirol, die Arbeiterkammerwahlen brachten leichte Zugewinne für die "Grünen in der AK".
Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament erzielten Die Grünen - Die Grüne Alternative Tirol mit 17,32% der Stimmen ihr bisher bestes Ergebnis. Mit Eva Lichtenberger stellen die Tiroler Grünen nun ein Mitglied des Europäischen Parlaments. Besonders erfreulich aus grüner Sicht war das Abschneiden in Innsbruck: dort wurden sie mit 28,28% zur stärksten Partei vor ÖVP und SPÖ.
Die Themen, mit welchen Die Grünen - Die Grüne Alternative Tirol in den vergangenen Jahren punkten konnten, waren neben Sozialem vor allem der Bereich Verkehr. Mit dem Mitglied des Europäischen Parlaments Eva Lichtenberger, dem Landessprecher und Klubobmann Georg Willi und dem Regionalgruppensprecher von Innsbruck Gerhard Fritz verfügen die Tiroler Grünen über ausgesprochene Experten im Verkehrsbereich. Das Thema ist in Tirol von besonderer Bedeutung, weil das Land vom Transitverkehr zwischen Deutschland und Italien über den Brennerpass geplagt wird. Versäumnisse warfen die Grünen hierbei nicht nur der Landesregierung, sondern insbesondere auch der Bundesregierung vor, die sich nicht darum gekümmert hatte, dass es eine Nachfolgeregelung für den 1994 mit der EU ausgehandelten Transitvertrag gibt. Neben den Grünen sind im Anti-Transit-Bereich in den letzten Jahren verschiedene Bürgerinitiativen aktiv geworden, mittels derer auch andere Parteien versuchen, das Umweltthema für sich zu beanspruchen.
Mit Kurt Grünewald ist ein weiterer Tiroler Abgeordneter im Nationalrat, und auch der Bundessprecher der Grünen Alexander Van der Bellen hat Tiroler Wurzeln (er verbrachte hier eine Teil seiner Jugend und ging in Innsbruck ins Gymnasium).
Organisation
Die Grünen haben im Jahr 2004 bundesweit etwa 3.000 Mitglieder, wobei es derzeit keine einheitlichen Regelungen für Mitgliedschaften gibt. Im Umfeld der Grünen ist eine weit größere Anzahl von Personen tätig.
Die ursprünglich sehr weitgehende Basisdemokratie mit Rotationsprinzip wurde im Laufe der Zeit eingestellt. Als letztes basisdemokratisches Element hat sich die Urabstimmung erhalten, welche bundesweit durch die Unterschrift von 100 Mitgliedern eingeleitet werden kann. Bis 2003 hat jedoch noch keine bundesweite Urabstimmung stattgefunden.
Das höchste Gremium ist der Bundeskongress, welcher mindestens einmal jährlich einberufen wird. Alle Landesorganisationen entsenden Delegierte, auch die MigrantInnenorganisation als "zehntes Bundesland" kann Delegierte entsenden. Der Bundeskongress erstellt die Listen für Nationalratswahlen oder Wahlen zum Europäischen Parlament. Er bestellt auch den/die BundessprecherIn. Der Bundeskongress beschließt das Parteiprogramm und gibt die großen Leitlinien vor.
Der Erweiterte Bundesvorstand besteht aus einer kleineren Anzahl von Delegierten der Länder und tagt in der Regel mindestens einmal im Monat. Er sorgt für die Ausgestaltung der Leitlinien, wie sie vom Bundeskongress vorgegeben wurden. Er wählt auch die StellvertreterInnen des Bundessprechers/der Bundessprecherin.
Der Bundesvorstand hat sich in den letzten Jahren zur eigentlichen Entscheidungszentrale entwickelt. Er tagt mindestens einmal wöchentlich, zumeist dienstags, und bestimmt die Linien der Tagespolitik. Ihm obliegt auch die Entscheidungsgewalt über die Parteifinanzen.
Die Landesorganisationen sind zumeist ähnlich organisiert: Es gibt Landesversammlungen, die manchmal als Mitgliederversammlungen, manchmal als Delegiertenversammlungen angelegt sind. Dem erweiterten Bundesvorstand entsprechen zumeist erweiterte Landesvorstände oder Landesausschüsse, deren Delegierte von den Regionalgruppen delegiert werden. Dem Bundesvorstand entspricht zumeist ein Landesvorstand, der in manchen Bundesländern eine Landessprecherin/einen Landessprecher wählt. Das Bundesstatut sieht darüber hinaus vor, dass alle Landesorganisationen die Möglichkeit der Urabstimmung enthalten müssen.
Eigenständig existiert im Nationalrat der Nationalratsklub, der seine Leitlinien eigenständig festlegen kann. In den letzten Jahren ist aber eine zunehmende Verschmelzung der Arbeit von Partei und Klub zu bemerken. So ist Michaela Sburny seit Juni 2004 als Nachfolgerin von Franz Floss Bundesgeschäftsführerin der Grünen, gleichzeitig behält sie aber auch ihr Mandat als Nationalratsabgeordnete.
Innerhalb und insbesondere im Umfeld der Grünen sind heute verschiedene Organisationen tätig, die sich als grün bzw. grün-nah verstehen. Dazu zählen unter anderem
- Die Grünen Andersrum: Die Schwulen-, Lesben- und Transgenderorganisation ist in jedem Bundesland unterschiedlich organisiert. In Wien ist sie eine Teilorganisation der Partei. Grüne Andersrum gibt es in allen Bundesländern außer in Vorarlberg und dem Burgenland.
- Die Grünen SeniorInnen (DGS) wurden am 09.03.2001 gegründet. Dazu hatte die "Initiative Grüne SeniorInnen - IGS-Wien" - gegründet 1997 - ins Cafe Landtmann eingeladen. Neben den Wiener Grünen waren als Gäste unter anderem mit dabei: Doris Eisenriegler, Landtagsabgeordnete aus Oö und zugleich Gründungsmitglied der IGS-Wien, Rotraut Mayr und Gernot Schürr aus Tirol, sowie Vera Bauer aus der Steiermark. Sie treten mit ihrer Politik für die älteren Menschen und deren Rechte ein und wollen auch in diesem Lebensabschnitt ein aktives, erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen. [http://www.seniorinnen.gruene.at/ DGS]
- Initiative Grüne MigrantInnen (IGM): Als "zehntes Bundesland" stehen ihnen besondere politische Rechte in der Grünen Partei zu, etwa eigene Delegierte am Bundeskongress.
- Grüne und Alternative Studierende (GRAS): Die GRAS ist eine eigene Partei und kandidiert bei den Wahlen zur österreichischen HochschülerInnenschaft. Dort ist sie die größte Fraktion und stellt seit 2003 gemeinsam mit dem Verband sozialistischer Studierender (VSStÖ) die Bundesexekutive der österreichischen HochschülerInnenschaft.
- Grünalternative Jugend (GAJ): Die GAJ existiert seit über zehn Jahren, hatte sich jedoch auf Grund politischer Differenzen 2001 aufgelöst. Seit 2003 befindet sie sich in einem Reorganisationsprozess, in dessen Rahmen sie bundesweit wieder tätig ist. Die GAJ ist Mitglied der Federation of Young European Greens (FYEG). Die GAJ rechnet sich selbst der radikalen Linken zu. Neben der GAJ, bestehend aus den GAJs Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, dem Burgenland und Wien exisiteren auch die Grüne Jugend Steiermark [http://www.gjstmk.gruene.at/ GJ] und Grüne Jugend Niederösterreich [http://www.jugend.noe.gruene.at/ GJ NÖ], die sich näher an der Landespartei sieht.
- Grüne Frauenorganisation: Sie existiert derzeit nicht in allen Bundesländern.
- ECO Students: Grüne SchülerInnenvertretung, existiert nur in der Steiermark.
- Die Grüne Wirtschaft: Ist die Grüne Wirtschaftsorganisation und kandidiert bei den Wirtschaftskammerwahlen.
- Alternative und Unabhängige GewerkschafterInnen (AUGE/UG[http://www.auge.or.at/]): Die Gewerkschaftsfraktion der Grünen und unabhängige Gruppierungen.
Die Bildungsarbeit der Grünen wird durch die Grüne Bildungswerkstatt erledigt.
Prominente Mitglieder
Zu den bekanntesten Gründungsmitgliedern und Mentoren zählen Prof. Alexander Tollmann, der Schauspieler Herbert Fux, der Steyregger Bürgermeister Josef Buchner (erster Grüner Bürgermeister Österreichs - wurde 1987 aus dem grünen Parlamentsklub ausgeschlossen), Freda Meissner-Blau, Günther Nenning, der Maler Friedensreich Hundertwasser und der Nobelpreisträger Prof. Konrad Lorenz, die 1984 die Protestaufrufe zu Hainburg unterstützten.
Heute zählen zu den führenden Politikern der Grünen (in alphabetischer Reihenfolge):
- Rudolf Anschober (Landesrat Obererösterreich)
- Thomas Blimlinger (Bezirksvorsteher Neubau (Wien))
- Dieter Brosz (Abgeordneter zum Nationalrat, Bildungssprecher)
- Christoph Chorherr (Landtagsabgeordneter Wien)
- Eva Glawischnig-Piesczek (Abgeordnete zum Nationalrat, stellvertretende Bundessprecherin)
- Eva Lichtenberger (Abgeordnete zum Europäischen Parlament, Mitglied des Österreich-Konvents)
- Ulrike Lunacek (Abgeordnete zum Nationalrat, außenpolitische Sprecherin)
- Karl Öllinger (Abgeordneter zum Nationalrat, stellvertretender Bundessprecher)
- Madeleine Petrovic (Klubobfrau Niederösterreich)
- Peter Pilz (Abgeordneter zum Nationalrat, Sicherheitssprecher)
- Johannes Rauch, (Klubobmann und Landessprecher Vorarlberg)
- Marie Ringler, (Abgeordnete zum Wiener Landtag, Kultur- und Technologiesprecherin)
- Michaela Sburny (Abgeordnete zum Nationalrat, Wirtschaftssprecherin, Bundesgeschäftsführerin der Partei)
- Therezija Stoisits (Abgeordnete zum Nationalrat, Minderheitensprecherin)
- Ingrid Lechner-Sonnek (Klubobfau der steirischen Grünen)
- Alexander Van der Bellen (Bundessprecher, Klubobmann im Nationalrat)
- Johannes Voggenhuber (Abgeordneter zum Europäischen Parlament; Mitglied des Europäischen Verfassungskonvents, Mitglied des europäischen Konvents zur Grundrechtecharta)
- Maria Vassilakou (Klubobfau der Wiener Grünen)
- Georg Willi (Klubobmann und Landessprecher Tirol)
Siehe auch
- Bekannte Mitglieder der Grünen
- Grüne-Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat (22.Legislaturperiode)
- Grünalternative Jugend
Weblinks
- [http://www.gruene.at/ www.gruene.at] Die Grünen - Homepage
- [http://www.europa.gruene.at/ www.europa.gruene.at] Die Grünen im Europäischen Parlament
- [http://www.gaj.at/ www.gaj.at] Grünalternative & Grüne Jugend
- [http://www.seniorinnen.gruene.at/themen-inhalt.php?kid=858&kat=%26nbsp%3B%26nbsp%3B%2A%26ouml%3Bsterreich/ www.seniorinnen.gruene.at] Die Grünen SeniorInnen-DGS
Grüne, Die
Kategorie:Grüne Partei
Konrad LorenzKonrad Zacharias Lorenz ( - 7. November 1903 in Wien, †27. Februar 1989 in Wien) war einer der wichtigsten Vertreter der so genannten klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Er selbst nannte dieses Forschungsgebiet bis 1949 „Tierpsychologie“ und wird im deutschsprachigen Raum als dessen Gründervater angesehen. Der „Spiegel“ bezeichnete ihn einmal als den „Einstein der Tierseele“. Ihm wurde 1973 gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckungen betreffend den Aufbau und die Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltenselementen (im Original: „for their discoveries concerning organization and elicitation of individual and social behaviour patterns“) zugesprochen.
Leben
Familie
Konrad Lorenz war der zweite, sehr spät geborene Sohn des angesehen Orthopäden Adolf Lorenz. Adolf Lorenz war fast fünzig, als sein Sohn zur Welt kam; seine Mutter Emma war bereits 42. Sein älterer Bruder war zu diesem Zeitpunkt bereits achtzehn Jahre alt. Zum Zeitpunkt der Geburt von Konrad war sein Vater ein weltbekannter Mediziner, der nicht nur in Wien, sondern regelmäßig auch in in New York über viele Jahrzehnte praktizierte und unter anderem im Weißen Haus durch Theodore Roosevelt empfangen wurde.
Studium
Konrad Lorenz begann auf Wunsch seines Vaters 1922 ein Medizinstudium an der Premedical School der Columbia University in New York. Er kehrte jedoch schon 1923 nach Wien zurück und setzte dort bis 1928 sein Medizinstudium an der Universität fort. 1927 heiratete Lorenz die Medizinstudentin Margarethe Gebhardt, mit der er seit seinem dritten Lebensjahr befreundet war und deren späteres Einkommen als Ärztin ihm bis 1951 den finanziellen Rückhalt für seine Studien gab.
1928 folgte, gleichfalls in Wien, die Promotion zum Doktor der Medizin (Dr. med.univ.). Im selben Jahr und - nach einer Unterbrechung - von 1931 bis 1935 war er als Assistent bei Prof. Ferdinand Hochstetter am II. Anatomischen Institut der Universität Wien beschäftigt, der ein Magnet für deutsch-nationale und völkisch gesinnte Studenten war. 1931 begegnete Konrad Lorenz in Berlin erstmals persönlich den Ornithologen Oskar Heinroth und Erwin Stresemann - ein entscheidendes Ereignis für seine gesamte folgende wissenschaftliche Laufbahn. 1933 folgte in Wien eine zweite Promotion, diesmal zum Dr. phil. im Fach Zoologie.
1935 erschien im Journal für Ornithologie der epochemachende Aufsatz: „Der Kumpan in der Umwelt des Vogels“. 1936 wurde Lorenz habilitiert, so dass ihm ab 1937 die Lehrbefugnis für „Zoologie mit besonderer Berücksichtigung der vergleichenden Anatomie und Tierpsychologie“ an der Universität Wien erteilt werden konnte; es war dies die erste akademische Lehrbefugnis ihrer Art in Österreich . Ebenfalls 1937 forschte Lorenz erstmals und mehrere Monate gemeinsam mit Nikolaas Tinbergen (an Graugänsen), und zwar in Lorenz' Heimatort Altenberg bei Wien.
1940 verwirklichte sich für Konrad Lorenz die seit Jahren angestrebte Berufung zum ordentlichen Professor; er erhielt den Lehrstuhl für Psychologie in Königsberg und wurde dort zugleich Leiter des Instituts für vergleichende Psychologie. Bereits 1941 wurde er aber als Soldat eingezogen (bis 1944). Nach kurzer Grundausbildung kam er 1942 als Heerespsychiater in ein Lazarett in Posen. Dort wurden ihm bis heute nicht völlig geklärten Aufgaben übertragen; er selbst hat sich über diese Zeit nie geäußert. Belegt ist lediglich seine Mitarbeit an einer rassekundlichen Studie an „Posener deutsch-polnischen Mischlingen und Polen“, als deren Erkenntnis von den Hauptautoren u. a. eine „vitale Triebhaftigkeit“ der Polen im Gegensatz zu typisch deutschen Charakterzügen wie „Gründlichkeit“ festgestellt wurde.
1944 geriet Lorenz in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1948 nach Österreich entlassen wurde. In Altenberg bei Wien gründete er 1949 ein „Institut für vergleichende Verhaltensforschung“, das zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften gehörte. Ebenfalls 1949 veröffentlichte er sein bis heute populäres Buch „Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen“ - zwecks Finanzierung seines Lebensunterhalts und seiner Forschung. Wegen seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus blieb ihm in Österreich aber eine neuerliche Professur versagt.
Stattdessen richtet 1950 die deutsche Max-Planck-Gesellschaft in Buldern / Westfalen eigens für Konrad Lorenz eine „Forschungsstelle für Vergleichende Verhaltensforschung“ ein, als Außenstelle des Max Planck-Instituts für Meeresbiologie Wilhelmshaven, u. a. um Abwerbeversuche aus England zu kontern. 1953 folgte die Ernennung zum Honorarprofessor an der Universität Münster / Westfalen.
1955 begann die Max-Planck-Gesellschaft den Bau des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie am Eßsee in Oberbayern; später erhielt diese Örtlichkeit den Namen Seewiesen. Dort wurde Lorenz stellvertretender Direktor unter Erich von Holst und nach dessen frühem Tod ab 1961 und bis 1973 Direktor. 1957 folgte die Ernennung zum Honorarprofessor für Zoologie an der Universität München.
Im Jahr 1963 erschien sein Bestseller „Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression“, zehn Jahre später (1973) kamen zwei weitere Bestseller von ihm heraus: „Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit“ (vergl. unten, Zitat 6) und das philosophische Hauptwerk „Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte des menschlichen Erkennens“. 1973 wurde ihm zusammen mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen der "Nobelpreis für Physiologie oder Medizin" für Entdeckungen zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern verliehen.
Seine Bekanntheit steigerte sich 1978, als Konrad Lorenz unmittelbar vor seinem 75. Geburtstag zur Galionsfigur des erfolgreichen österreichischen Volksbegehrens gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks Zwentendorf wurde. 1988 erschien dann sein letztes großes Werk: „Hier bin ich - wo bist Du?“, eine genaue ethologische Beschreibung von Graugänsen als Zusammenschau von rund 60 Jahren intensiver Verhaltensbeobachtung.
Bekannte Lorenz-Schüler sind der Verhaltensforscher und Humanethologe Irenäus Eibl-Eibesfeldt und der Wildbiologe Antal Festetics.
Karriere im Nationalsozialismus
Am 31. August 1940 wurde Konrad Lorenz zum Professor am Lehrstuhl für Psychologie der Philosophischen Fakultät der Universität Königsberg (Ostpreußen) ernannt. Eine wesentliche Rolle spielte hierbei der Soziologe Arnold Gehlen. Dieser hatte 1936 gefordert, Immanuel Kant, Hegel und Fichte zur Basis des Rassenverständnis im Nationalsozialismus zu machen. 1938 übernahm Gehlen den renommierten Kant-Lehrstuhl an der Universität Königsberg, auf dem ihm Konrad Lorenz nachfolgte, nachdem Gehlen an die Universität Wien gewechselt war. Aus dieser Zeit (1941) stammt auch ein Artikel von Konrad Lorenz über „Kants Lehre vom Apriorischen im Lichte gegenwärtiger Biologie“, dessen Gedankengänge er in den 1960er-Jahren zur Evolutionären Erkenntnistheorie ausbaute.
Jede Berufung von Hochschullehrern war um 1940 ein Politikum, aber bei Lorenz paarten sich fachliche Kompetenz und „politische Qualifikation“ nachgerade optimal, da Lorenz gegenüber dem NS-Regime genügend große Vorleistungen erbracht hatte und auch in Biologenkreisen anerkannt war. Bereits 1938 hatte Lorenz einen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP gestellt, in dem er handschriftlich vermerkte: „Ich war als Deutschdenkender und Naturwissenschaftler selbstverständlich immer Nationalsozialist... Schließlich darf ich wohl sagen, daß meine ganze wissenschaftliche Lebensarbeit... im Dienste Nationalsozialistischen Denkens steht." (Wortlaut siehe unten, Zitat 1). Aus Lorenz' Berufungsakten geht hervor, dass er „Mitarbeiter des Rassenpolitischen Amtes mit Redeerlaubnis“ war. 1939/40 hatte er zudem mehrere Aufsätze geschrieben, deren ideologische Nähe zum rassistischen Gedankengut des NS-Regimes derart auffällig war, dass sie schon damals von seinen Fachkollegen als bewusste Anbiederung und als „Selbstgefährdung als Wissenschaftler“ empfunden wurden. So beklagte Lorenz in der vor allem von Lehrern herangezogenen Zeitschrift „Der Biologe“, es gelte, die durch „Mangel einer natürlichen Auslese entstehenden Verfallserscheinungen an Volk und Menschheit“ rechtzeitig zu bekämpfen (Wortlaut siehe unten, Zitat 2). Ab 1941 wurden solche Gedankengänge in Auschwitz grausige Realität.
Eine weitere Veröffentlichung von 1940 kann noch eindeutiger als wissenschaftliche Unterfütterung der rassistischen Gesetze der deutschen Nazi-Regierung gelesen werden. In dieser erörtert Lorenz u. a. die Notwendigkeit einer „Ausmerzung ethisch Minderwertiger“ und sagt voraus: „Versagt diese Auslese, mißlingt die Ausmerzung der mit Ausfällen behafteten Elemente, so durchdringen diese den Volkskörper in biologisch ganz analoger Weise und aus ebenso analogen Ursachen wie die Zellen einer bösartigen Geschwulst“ (zitiert nach: Taschwer/Föger 2003, S. 91; vergl. auch Zitat 3 unten): Eine Wortwahl, die er 1973 wieder aufgriff (siehe unten, Zitat 4).
Die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin Theodora Kalikow hat 1980 Lorenz' ideologische Nähe zum NS-Regime als „bewussten Opportunismus“ bezeichnet und deren fachlich-biologisierende Basis so beschrieben:
- „1. Er sah Veränderungen in den instinktiven Verhaltensmustern von domestizierten Tieren als Symptome des Verfalls.
- 2. Er nahm eine Homologie zwischen domestizierten Tieren und zivilisierten Menschen an, d. h. er ging davon aus, daß es für die Wirkungen, deren Ähnlichkeit angenommen wurde, ähnliche Ursachen geben mußte, und er glaubte weiter, daß die Zivilisation sich in einem Prozeß des ‚Verfalls und Untergangs‘ befinde.
- 3. Schließlich verband er die genannten Ansichten mit der Rassenpolitik und anderen Zügen des Naziprogramms.“ (Kalikow 1980, S. 189)
Die daraus von ihm abgeleitete Schlussfolgerung, krankes Erbmaterial müsse zur Erhaltung einer lebenstüchtigen Zivilisation ausgesondert werden, bildeten bis zu seinem Tode den Kern seines biologisch determinierten Gesellschaftsverständnisses - erkennbar u. a. daran, dass seine 1943 veröffentlichte, umfangreiche Begründung dieser Anschauung noch in den 1960er Jahren auf der Einbandrückseite seiner populärwissenschaftlichen dtv-Bücher als "Hauptwerk" bezeichnet wurde. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP leugnete er mit dem naiven Hinweis, er habe nie einen Mitgliedsausweis besessen und räumte allenfalls ein, sich in seinen Aufsätzen der 1940er-Jahre „in der uns heute mit Recht verhaßten Sprache des Naziregimes“ ausgedrückt zu haben. In einem Gespräch mit der Wiener Abendzeitung betonte er 1973 aber zugleich die Kontinuität seiner Grundüberzeugungen: „Es ging mir darum zu zeigen, daß die zunehmende Domestikation des Menschen seine Menschlichkeit bedroht. Dieses Problem, das mich auch heute noch intensivst beschäftigt, hat sich mir damals zum erstenmal aufgedrängt.“ (nach Taschwer/Föger 2003, S. 234) Die von ihm beobachtete wachsende Jugend-Kriminalität deutete er als Zeichen eines genetischen Verfalls (siehe unten, Zitat 4). 1988 zeigte Lorenz gar eine offenbar evolutionsbiologisch motivierte „Sympathie für Aids" (siehe unten, Zitat 5).
Auch die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin Theodora Kalikow kam zu dem Schluss, „daß die grundlegenden ideologischen Elemente“ von Lorenz ungebrochen in die Nachkriegszeit transferiert wurden: „Somit haben jene Ethologen, Soziobiologen und populärwissenschaftlichen Autoren, die sich Lorenz‘ biologistische Anschauung der Gesellschaft zunutze gemacht haben, auch – bewußt oder unbewußt – ihre totalitaristischen Implikationen akzeptiert, daß nämlich die erfolgreiche Gesellschaft genetisch und politisch manipuliert werden muß.“ (Kalikow 1980, S. 210)
Die verhaltensbiologischen Arbeiten
Soziobiologen
Konrad Lorenz gilt heute als einer der Mitbegründer der Biologie des Verhaltens und als ihr wichtigster Vorkriegstheoretiker. Er bündelte in den 1930er-Jahren die Tierbeobachtungen diverser Forscher in einer griffigen, physiologischen Theorie der Instinktbewegungen und bahnte so ab 1937 den Weg für Verhaltensexperimente sowie für das Vergleichen von Verhaltensweisen auch zwischen unterschiedlichen Arten.
Ein innovativer Ansatz in der Verhaltensforschung
Konrad Lorenz setzte weniger auf Experimente, sondern auf genaue Beobachtung und Beschreibung des Verhaltens von Tieren in ihrem natürlichen Umfeld. "Der grundlegend neue Ansatz, den Lorenz mit dieser Theorie in die Verhaltensforschung hineingetragen hat, liegt in der Annahme, dass sich in den vielfältig und variabel erscheinenden komplexen Verhaltensabläufen der Tiere gleichartig aufgebaute Grundbausteine des Verhaltens, die Erbkoordinationen oder Instinktbewegungen, identifizieren lassen. (...) Im Gegensatz zu der Anfang der dreißiger Jahre noch weitgehend akzeptierten Ansicht, dass tierisches Verhalten rein reaktiv sei, betont Lorenz die Spontaneität tierischen Verhaltens, speziell der Instinktbewegung." (Zippelius 1992, S. 6) Lorenz selbst sah in Oskar Heinroth den Urvater der Ethologie, und in Nordamerika wird diese Rolle William Morton Wheeler zugeschrieben.
Lorenz' Bedeutung liegt ferner darin, dass er, deutlicher als andere Forscher vor ihm, in seinen wissenschaftlichen Arbeiten den Blick auf zwei genetische Besonderheiten gelenkt hat: auf angeborene Auslöser für Verhaltensweisen ("Schlüsselreize" und "angeborene Auslösemechanismen", AAM) sowie auf eine bei diversen Tierarten nachweisbare Entwicklungsphase, in der eine gleichsam unwiderrufliche "Prägung" möglich ist.
Zur Veranschaulichung seiner Grundüberzeugung, das Verhalten der Tiere werde vor allem durch innere Instinkte und weniger durch äußere Auslöser gesteuert, entwickelte Konrad Lorenz ein (gegen Reflex-Theoretiker und gegen behavioristische Anschauungen opponierendes) anschauliches und daher Jahrzehnte lang akzeptiertes psychohydraulisches Instinktmodell: Instinktenergien können sich diesem Modell zufolge - ähnlich wie das Wasser in einem Wasserleitungsnetz - in bestimmten Bahnen ausbreiten, aufstauen und überlaufen. Heute gilt diese Theorie unter Verhaltensforschern allerdings als überholt und wurde u. a. ersetzt durch soziobiologische, verhaltensökologische und an der Computertechnik orientierte Modelle.
Lorenz' wissenschaftliche Bedeutung liegt aber mindestens ebenso darin begründet, dass er ganz wesentlich dazu beitrug, die Verhaltensbiologie (er selbst nannte das Gebiet bis 1949 oft auch "Tierpsychologie") als eigenständiges Forschungsgebiet an den deutschen Hochschulen zu etablieren und diese Fachrichtung überdies ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Hierzu trugen vor allem seine diversen, seit 1949 erschienenen und auch heute noch gut lesbaren Tiergeschichten bei, in denen er versuchte - anders als die meisten Sachbuchautoren vor ihm - das Verhalten der Tiere aus ihrer jeweils eigenen Sichtweise zu schildern, statt ihr Verhalten aus dem Blickwinkel des Menschen zu schildern. Seine Instinkttheorie des Verhaltens regte zwischen 1935 und 1970 zudem zahlreiche Wissenschaftler zu Forschungsarbeiten an, da diese Theorie ein Erklärungsmodell bot, das man in empirischen Studien überprüfen konnte. Sein früher Schüler Irenäus Eibl-Eibesfeldt wurde zu einem der weltweit meistgeachteten Forscher auf dem Gebiet der Humanethologie.
Die Theorien aus heutiger Perspektive
Viele Deutungsversuche von Verhaltensweisen der Tiere, die Konrad Lorenz veröffentlichte, halten heutigen wissenschaftlichen Kriterien nicht stand, und seine Instinkttheorie wird heute von keinem ernsthaften Verhaltensforscher mehr als Arbeitshypothese benutzt. Schon seit Mitte der 1970er-Jahre rückten immer mehr Forscher von Lorenz' Instinkttheorie ab und wandten sich zunehmend verhaltensökologischen und neurobiologischen Fragestellungen zu - es gab kaum offensive Kritik an den Lorenz'schen Arbeiten, man zog sie einfach nicht mehr als Arbeitshypothese heran; Lorenz-Schüler Wolfgang Wickler diskreditierte die Instinkttheorie kurzerhand als "modernes Phlogiston". Erst 1992/93 kam es zu einer nennenswerten öffentlichen Debatte, als die Bonner Verhaltensforscherin Prof. Hanna-Maria Zippelius diverse klassische Verhaltensstudien wiederholte und hierbei nachwies, dass von einer glaubwürdigen experimentellen Grundlage der Arbeitsergebnisse von K. Lorenz (und auch von Nikolaas Tinbergen) nicht gesprochen werden kann. Einige Ergebnisse der Studien von H. M. Zippelius (siehe unten, Sekundärliteratur und Link-Verweise) legen dabei sogar den Verdacht nahe, dass Lorenz und Tinbergen experimentelle Daten selektiv veröffentlichten oder wegließen, damit sie zu ihrer Theorie "passten".
Lorenz' Instinkttheorie des Verhaltens entstand in den 1930er-Jahren auf der Basis relativ weniger und zudem anfangs eher anekdotisch interessanter Tierbeobachtungen. Es fehlte - vergleichbar mit den Theorien Sigmund Freuds - von Beginn an eine breite empirische Unterfütterung. Daher wurde die Instinkttheorie zu einem herausragenden Beispiel für das Erzeugen von Pseudoerklärungen innerhalb einer Wissenschaftsdisziplin: So ist beispielsweise die so genannte Übersprungbewegung eine unmittelbare Folge der Lorenzschen Grundannahme, im Konfliktfall setze sich jeweils der "stärkere" von zwei gleichzeitig aktivierten Instinkten im Verhalten durch; da jedoch der Fall zweier genau gleich stark aktivierter Instinkte denkbar ist, musste der Instinkttheorie eine Art Kompromiss für diesen Spezialfall beigegeben werden - die "Übersprungbewegung" ist somit eher eine Konsequenz der Theorie als das Ergebnis empirischer Befunde. Die sehr wenigen "empirischen Belege" wurden dann rasch "entdeckt", oder genauer gesagt: Bestimmte Beobachtungen wurden im Licht der theoretischen Annahmen entsprechend gedeutet.
- Das wohl am häufigsten angeführte Beispiel sind zwei Hähne, die ihre Hackordnung auskämpfen, und einer von ihnen pickt plötzlich auf dem Boden herum, als würde er Futter aufnehmen. Dieses Pickverhalten kann vor dem Hintergrund der Instinkttheorie gedeutet werden als Ausdruck eines gleich starken Aggressions- und Flucht-Instinkts, was als Übersprungbewegung Futterpicken hervorruft. Es kann aber beispielsweise auch - und sehr viel plausibler - als soziales Signal gedeutet werden, das dem Rivalen möglicherweise anzeigt: schau, ich fühle mich so stark, dass ich selbst in dieser prekären Situation noch Futter aufnehmen kann.
- Ähnlich ist die von Lorenz bei einem von Hand aufgezogenen Star "entdeckte" so genannte Leerlaufhandlung eine Folge der Behauptung, dass Instinktenergien stetig vom Körper produziert werden: Fehlt dann aber über längere Zeitspannen ein äußerer Auslöser für die zugehörige Instinktbewegung, erzwingt die Theorie gleichsam ein "ins Leere laufen" der Instinktbewegung - eine kuriose (weil absolut unökonomische und daher undarwinistische) Konsequenz der Theorie, denn selbst eine (im wörtlichen Sinne ins Leere laufende) Pollution dient ja noch der Entsorgung überalterter Spermien.
Obsolet geworden ist die Lorenz'sche Instinkttheorie allerdings nicht in erster Linie aufgrund solcher wissenschaftstheoretischer Mängel, sondern weil die moderne Hirnforschung keinerlei physiologisches Korrelat zu den unterstellten Instinkten auffinden konnte. Wie seine Biographen K. Taschwer und B. Föger hervorheben, kamen seine Untersuchungsmethoden "aber auch deshalb aus der Mode, weil sie jahrelange Beobachtungen voraussetzten - im Zeitalter des publish or perish ein Ding der Unmöglichkeit."
Die literarischen Arbeiten
Konrad Lorenz wurde in den 1950er Jahren weit über die Grenzen seines Fachgebietes hinaus bekannt, als er seine Studien (u. a. an Graugänsen), verpackt in unterhaltsame und anekdotenreiche Tiergeschichten, auch für naturwissenschaftliche Laien, ja sogar für Kinder zugänglich machte. Seit den 1960er Jahren stieg seine Bekanntheit durch diverse engagierte populärwissenschaftliche Publikationen - u. a. "Das sogenannte Böse" (1963) und "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit" (1973) - weiter an: mit der Folge, dass er in der Öffentlichkeit zunehmend als Kulturpessimist und Philosoph wahrgenommen wurde; geprägt sind diese Schriften von seiner tiefen Überzeugung, dass auch das Verhalten des Menschen sehr weitgehend durch biologische, stammesgeschichtliche Vorgaben bestimmt wird. Immer wieder und heftig kritisiert wurde Konrad Lorenz, weil er häufig einzelne Phänomene aus der Tierwelt unmittelbar auf menschliche Handlungsweisen übertrug und gleichzeitig menschliche Eigenschaften in Analogie zu einzelnen Phänomenen aus dem Tierreich gesetzt habe ("Anthropomorphismus"). Kritisiert wurde auch, dass seine zahlreichen humananethologischen Veröffentlichungen nicht durch eigene Experimente unterfüttert waren.
Werke
- Konrad Lorenz (1935): Der Kumpan in der Umwelt des Vogels. in: Journal für Ornithologie 83 (2-3), S. 137 - 215 und S. 289 - 413 (Nachdruck 1965 in: „Über tierisches und menschliches Verhalten“ Bd. 1).
- Konrad Lorenz (1940): Durch Domestikation verursachte Störungen arteigenen Verhaltens. in: Zeitschrift für angewandte Psychologie und Charakterkunde 59 (1, 2), S. 2 – 81.
- Konrad Lorenz (1941): Kants Lehre von Apriorischen im Lichte gegenwärtiger Biologie. in: Blätter für Deutsche Philosophie 15, S. 94 - 125
- Konrad Lorenz (1943): Die angeborenen Formen möglicher Erfahrung. in : Zeitschrift für Tierpsychologie 5 (2), S. 235 – 409.
- Konrad Lorenz (1949): Er redete mit dem Vieh, den Vögeln und den Fischen. (Neuausgabe von 1998 bei dtv, Bd.20225, ISBN 3-423-20225-4)
- Konrad Lorenz (1963): Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression. (Neuausgabe von 1998 bei dtv: ISBN 3-423-33017-1)
- Konrad Lorenz (1965): Über tierisches und menschliches Verhalten. 2 Bände: München / Zürich: Piper
- Konrad Lorenz (1973): Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit. (Neuausgabe als: Serie Piper, Bd.50. ISBN 3-492-20050-8)
- Konrad Lorenz (1973): Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte des menschlichen Erkennens. München / Zürich: Piper
- Konrad Lorenz (1978): Vergleichende Verhaltensforschung oder Grundlagen der Ethologie. Wien / New York: Springer.
- Konrad Lorenz (1983): [http://www.langelieder.de/lit-lorenz.html Der Abbau des Menschlichen]. München (Piper), ISBN 3-492-02833-0
- Konrad Lorenz (1988): Hier bin ich – wo bist Du? Ethologie der Graugans. München / Zürich: Piper.
Literatur
- Antal Festetics: Konrad Lorenz. Aus der Welt des großen Naturforschers, München und Zürich: 1983 (Piper), 159 S., ISBN 3-492-02855-1
- Theodora J. Kalikow: Die ethologische Theorie von Konrad Lorenz: Erklärung und Ideologie, 1938 bis 1943 in: Mehrtens, Herbert / Richter, Steffen: Naturwissenschaft Technik und NS-Ideologie, Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte des Dritten Reiches. Frankfurt a. M.: 1980 (Suhrkamp, stw Band 303) ISBN 3-518-07903-4
- Hanna-Maria Zippelius: Die vermessene Theorie. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Instinkttheorie von Konrad Lorenz und verhaltenskundlicher Forschungspraxis, Braunschweig: 1992 (Vieweg), 295 S., ISBN 3-528-06458-7
- Änne Bäumer: NS-Biologie, Stuttgart 1990: Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft ISBN 3-8047-1127-8
- Ute Deichmann: Biologen unter Hitler - Vertreibung, Karrieren, Forschung, Frankfurt/Main, New York: 1992, 370 S., ISBN 3-593-34763-6
- Benedikt Föger, Klaus Taschwer: Die andere Seite des Spiegels. Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus, Czernin Verlag 2001, ISBN 3707601242
- Klaus Taschwer / Benedikt Föger: Konrad Lorenz. Biographie, Wien: 2003 (Zsolnay), 341 S., ISBN 3-552-05282-8
- Richard W. Burkhardt: Patterns of Behavior: Konrad Lorenz, Niko Tinbergen, and the Foundation of Ethology. University of Chicago Press, 2005, ISBN 0226080900 (Paperback-Fassung)
Konrad Lorenz zum Anhören
- Konrad Lorenz. Über das Verhalten geselliger Tiere. Originaltonaufnahmen 1951 - 1983. Herausgegeben von Klaus Sander. 2004: Verlag Supposé. 2-CD-Set, 140 Min., EUR 24.80, ISBN 3-932513-55-X
Konrad Lorenz spricht u. a. über "wertphilosophische Aspekte der Evolution"; über moral-analoges Verhalten geselliger Tiere; und mit Erich von Holst über das Entstehen tierischen Verhaltens.
Zitate
# Lorenz' Begründung in seinem NSDAP-Aufnahmegesuch vom 28. Juni 1938: „Ich war als Deutschdenkender und Naturwissenschaftler selbstverständlich immer Nationalsozialist und aus weltanschaulichen Gründen erbitterter Feind des schwarzen Regimes (nie gespendet oder geflaggt) und hatte wegen dieser auch aus meinen Arbeiten hervorgehenden Einstellung Schwierigkeiten mit der Erlangung der Dozentur. Ich habe unter Wissenschaftlern und vor allem Studenten eine wirklich erfolgreiche Werbetätigkeit entfaltet, schon lange vor dem Umbruch war es mir gelungen, sozialistischen Studenten die biologische Unmöglichkeit des Marxismus zu beweisen und sie zum Nationalsozialismus zu bekehren. Auf meinen vielen Kongreß- und Vortragsreisen habe ich immer und überall mit aller Macht getrachtet, den Lügen der jüdisch-internationalen Presse über die angebliche Beliebtheit Schuschniggs und über die angebliche Vergewaltigung Österreichs durch den Nationalsozialismus mit zwingenden Beweisen entgegenzutreten. Dasselbe habe ich allen ausländischen Arbeitsgästen auf meiner Forschungsstelle in Altenberg gegenüber getan. Schließlich darf ich wohl sagen, daß meine ganze wissenschaftliche Lebensarbeit, in der stammesgeschichtliche, rassenkundliche und sozialpsychologische Fragen im Vordergrund stehen, im Dienste Nationalsozialistischen Denkens steht!“ (zitiert nach: Taschwer/Föger 2003, S. 84-85)
# "Mangel einer natürlichen Auslese" (1939): „Ob wir das Schicksal der Dinosaurier teilen, oder ob wir uns zu einer ungeahnten, unserer heutigen Gehirn-Organisation vielleicht gar nicht erfaßbaren Höherentwicklung emporschwingen, ist ausschließlich eine Frage der biologischen Durchschlagskraft und des Lebenswillens unseres Volkes. Im Besonderen hängt gegenwärtig die große Entscheidung wohl von der Frage ab, ob wir bestimmte, durch den Mangel einer natürlichen Auslese entstehende Verfallserscheinungen an Volk und Menschheit rechtzeitig bekämpfen lernen oder nicht. Gerade in diesem Rennen um Sein oder Nichtsein sind wir Deutschen allen anderen Kulturvölkern um tausend Schritte voraus.“ (zitiert nach: Bäumer 1990, S. 201)
# "Ausmerzung ethisch Minderwertiger" (1940): „Sollte es mutationsbegünstigende Faktoren geben, so läge in ihrem Erkennen und Ausschalten die wichtigste Aufgabe des Rassepflegers überhaupt (...). Sollte sich dagegen herausstellen, daß unter den Bedingungen der Domestikation keine Häufung von Mutationen stattfindet, sondern nur der Wegfall der natürlichen Auslese die Vergrößerung der Zahl vorhandener Mutanten und die Unausgeglichenheit der Stämme verschuldet, so müßte die Rassenpflege dennoch auf eine noch schärfere Ausmerzung ethisch Minderwertiger bedacht sein, als sie es heute schon ist.“ (zitiert nach Taschwer/Föger 2003, S. 91)
# "Parasiten der Gesellschaft" (1973): "Das verderbliche Wachstum bösartiger Tumoren beruht, wie schon angedeutet, darauf, daß gewisse Abwehrmaßnahmen versagen oder von den Tumorzellen unwirksam gemacht werden, mittels deren der Körper sich sonst gegen das Auftreten ‚asozialer‘ Zellen schützt. Nur wenn diese vom umgebenden Gewebe als seinesgleichen behandelt und ernährt werden, kann es zu dem tödlichen infiltrativen Wachstum der Geschwulst kommen. Die schon besprochene Analogie lässt sich hier weiterführen. Ein Mensch, der durch das Ausbleiben der Reifung sozialer Verhaltensnormen in einem infantilen Zustand verbleibt, wird notwendigerweise zum Parasiten der Gesellschaft. Er erwartet als selbstverständlich die Fürsorge der Erwachsenen weiter zu genießen, die nur dem Kinde zusteht. (...) Wenn die fortschreitende Infantilisierung und wachsende Jugend-Kriminalität des Zivilisationsmenschen tatsächlich, wie ich befürchte, auf genetischen Verfallserscheinungen beruht, so sind wir in schwerster Gefahr.“ (Konrad Lorenz, Die Acht Todsünden der Menschheit. München 1973, S. 64)
# "Sympathie für Aids" (1988): "Es zeigt sich, daß die ethischen Menschen nicht so viele Kinder haben und die Gangster sich unbegrenzt und sorglos weiter reproduzieren." "...gegen Überbevölkerung hat die Menschheit nichts Vernünftiges unternommen. Man könnte daher eine gewisse Sympathie für Aids bekommen." (Konrad Lorenz in einem Gespräch anlässlich seines 85. Geburtstags, in: »Natur«, Nr. 11, München 1988)
# "Es ist ein auch unter Erkenntnistheoretikern verbreiteter Irrtum, daß eine Hypothese durch eine einzige oder einige wenige Tatsachen, die sie nicht einzuordnen vermag, endgültig widerlegt werde. Wäre dem so, so wären sämtliche existierenden Hypothesen widerlegt, denn es gibt kaum eine, die allen einschlägigen Tatsachen gerecht wird. All unsere Erkenntnis ist nur eine Annäherung an die außersubjektive Wirklichkeit, die wir zu erkennen trachten, allerdings eine fortschreitende Annäherung. Widerlegt wird eine Hypothese niemals durch eine einzige widersprechende Tatsache, sondern immer nur durch eine andere Hypothese, die mehr Tatsachen einzuordnen vermag als sie selbst. »Wahrheit« ist somit diejenige Arbeitshypothese, die am besten geeignet ist, den Weg zu jener anderen zu bahnen, die mehr zu erklären vermag." (Konrad Lorenz 1973 in: "Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit", S. 85f)
# mit Humor 1: "Sie werden es nicht glauben, aber es gibt soziale Staaten, die von den Klügsten regiert werden; das ist bei den Pavianen der Fall."
# mit Humor 2: "Alles auf dieser Welt ist relativ. Fragen Sie einmal Gänse und Truthähne nach ihrer Meinung über Weihnachten."
Weblinks
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- [http://www.mediathek.ac.at/wissenschaft_kunst/lorenz_konrad.htm Hörprobe aus der österreichischen Mediathek: Konrad Lorenz] Vortrag in Wien 1974
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- [http://nobelprize.org/medicine/laureates/1973/index.html nobelprize.org] Lorenz' Reden aus Anlass der Nobelpreis-Verleihung
- [http://www.m-ww.de/persoenlichkeiten/lorenz.html www.m-ww.de]Sehr ausführliche Biografie von Konrad Lorenz
- [http://www.perlentaucher.de/buch/15471.htm www.perlentaucher.de]Rezensionen zur Buch-Biografie von Konrad Lorenz
- [http://no-racism.net/article/1026/ no-racism.net] Konrad Lorenz und der Nationalsozialismus
- [http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=2902&key=standard_document_1073720 www.hr-online.de] Gespräch mit H. M. Zippelius über ihre kritische Analyse der Lorenz'schen Experimente
- [http://www.falter.at/heureka/archiv/03_4/02.php?SESSID=0b33b500a7de8243f363af1b442bb471 www.falter.at] Gespräch aus dem Jahr 1973 mit Konrad Lorenz
- [http://science.orf.at/science/news/27585 science.orf.at] Konrad Lorenz: "Ich war immer Nationalsozialist"
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz, Konrad
Lorenz Konrad
ja:コンラート・ãƒãƒ¼ãƒ¬ãƒ³ãƒ„
Alternative Liste ÖsterreichDie Alternative Liste Österreich (ALÖ) war eine der beiden Vorgängerorganisation der österreichischen Grünen.
Die 1983 gegründete ALÖ vereinte sich 1986 mit den Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ) zur Grünen Alternative (GA). Im selben Jahr gelang auch der erstmalige Einzug ins österreichische Parlament.
Kategorie:Österreichische Partei
Parlament
Parlament (vom altfranz.: parlement = Unterredung; vom franz.: parler = reden) ist die gesetzgebende Versammlung (Legislative) von Vertretern einer größeren administrativen Gebietseinheit, insbesondere
- einzelner Staaten (Zentral- oder Bundesstaat, Bundesrepublik),
- enger Vereinigungen von Staaten (z.B. USA, Europäische Union)
- und Bundesländern, Gebieten oder Kantonen.
- Keine Parlamente im staatsrechtlichen Sinne sind hingegen die Gemeindevertretung (Gemeinderäte) in Deutschland oder Österreich, oder die für politische Bezirke tätigen Gremien.
Struktur, Aufgaben und Arbeitsweise von Parlamenten
In einer Demokratie werden die Vertreter eines Parlaments durch Wahlen bestimmt, in anderen Regierungsformen finden auch Ernennungen statt.
In demokratischen Staaten übt das Parlament außer der Gesetzgebung auch das Budgetrecht und die Kontrolle der Regierung aus. Abgeordnete haben gegenüber der Regierung und einzelnen Ministern das Recht auf Auskunft und gegebenenfalls zum Misstrauensantrag. Die Regelungen hierzu sind in der Verfassung des jeweiligen Staates und in der parlamentarischen Geschäftsordnung niedergelegt.
Die meisten Parlamente bestehen aus zwei Häusern (Zweikammersystem; die Mitglieder der kleineren Kammern werden vielfach nicht direkt gewählt, sondern von Bundesländern entsandt). Wichtige Organe sind Parlamentspräsident(in) und Stellvertreter, Fraktions-Vorsitzende der Parlamentsparteien und die themenbezogenen Ausschüsse, in denen die Gesetzentwürfe vorbereitet werden.
Hinsichtlich der Arbeitsweise unterscheidet man sog. Arbeits- und Redeparlamente:
- In einem Redeparlament (typisch dafür ist das britische Unterhaus) werden alle politischen Fragen in Diskussionen und vorwiegend im Plenum erörtert,
- während in einem Arbeitsparlament (z.B. US-Kongress) ein Großteil der Arbeit in Parlamentsausschüssen stattfindet,
- In den meisten Staaten ist das Parlament eine Mischform dieser beiden Typen.
- Unabhängig von diesen Strukturen spielt bei der Parlamentsarbeit auch das (oft als fragwürdig angesehene) Lobbying eine Rolle, das (positiver betrachtet) auch als Kooperation mit Verbänden, Kirchen, Gewerkschaften oder anderen Standesvertretungen zu betrachten ist.
- In vielen Ländern ist in der abschließenden Beratung eines Gesetzentwurfs die Möglichkeit einer halb-öffentlichen Beratung vorgeschaltet, wo politische und andere große Organisationen oder Verbände ihre Stellungnahmen und Verbesserungsvorschläge einbringen können. In der Schweiz heißt dieser Vorgang Vernehmlassung.
Als Parlament im weiteren Sinne werden auch Delegiertenversammlungen von internationaler Organisationen bezeichnet, z. B. die Parlamentarische Versammlung der OSZE. Vielfach haben auch Parteitage die Funktion eines "Parteiparlaments", wenngleich ihre Delegierten nicht immer gewählt, sondern auch ernannt oder nominiert werden können.
Einzelne Parlamente
Europäische Union
Das Europaparlament ist die Volkvertretung der Bürger der Europäischen Union, es hat jedoch weniger Kompetenzen als nationale Parlamente. Die Mitgliedsstaaten werden legislativ durch den Rat der Europäischen Union vertreten.
Deutschland
Deutsches Parlament auf Bundesebene ist der Bundestag. Häufig wird auch der Bundesrat als Parlament bezeichnet; staatsrechtlich gesehen ist er dies jedoch nicht, wenngleich er Funktionen eines Parlaments wahrnimmt: Er ist lediglich jenes Verfassungsorgan, durch welches die Bundesländer gemäß Grundgesetz-Artikel 50 an der Gesetzgebung des Bundes beteiligt sind. Weitere deutsche Parlamente sind die Länderparlamente. Die letzte Volkskammer der DDR vom 18. März 1990 war ebenfalls ein Parlament im wahrsten Sinn des Wortes.
Österreich
In Österreich besteht das Parlament auf nationaler Ebene aus Nationalrat als Volksvertretung und Bundesrat als Vertretung der Bundesländer.
Schweiz
In der Schweiz besteht das nationale Parlament aus einem Zweikammersystem mit Nationalrat und Ständerat als untereinander gleichrangige und gleichberechtigte Parlamentskammern, die zusammen als Vereinigte Bundesversammlung den Bundespräsidenten, die Bundesräte, den General und die Bundesrichter wählen sowie über Begnadigungen entscheiden.
Polen
In Polen gibt es ebenfalls ein Zweikammersystem mit Sejm und Senat. Der Sejm bestellt den Ministerpräsidenten und den Ministerat. Den beiden Kammern kommt die Legislative zu.
Litauen und Lettland
In Litauen und Lettland gibt es ein Einkammersystem Seimas. Der Seimas bestellt den Ministerpräsidenten, der das Ministerkabinett formiert. Dem Seimas kommt die Legislative zu´.
Erklärungen zu den internationalen Parlamenten
- Die Listen der Parlamente der Staaten der Erde sind nach Parlament, Erster und Zweiter Kammer gegliedert.
- Bei Staaten mit einem Einkammersystem steht der Name des Parlaments in selbiger Spalte.
- Bei Staaten mit einem Zweikammernsystem steht der Name des Parlaments ebenfalls in selbiger Spalte. Manche Staaten mit solch einem System haben keinen Oberbegriff als Namen für das Parlament (z. B. Äthiopien), oder er ist mit dem der Ersten Kammer identisch. Hier werden lediglich die Namen der beiden Kammern angegeben.
- Als Erste Kammer sind die vom Volk gewählten Kammern angegeben (z. B. Abgeordnetenkammer).
- Als Zweite Kammer sind Versammlungen die nicht vom Volk gewählt wurden angegeben (z. B. Senat). Hierbei handelt es sich um verschiedene Vertreter der Gesellschaft (z. B. Adel, Klerus); in föderalistischen Staaten sind es in der Regel Vertreter von Gliedstaaten. Manche dieser Kammern haben nur eine beratende Funktion, andere sind an der Gesetzgebung beteiligt.
- Eigentlich bezeichnet man aus der Geschichte heraus die vom Volk gewählte Kammer als „Zweite Kammer“. Doch im Zuge der Demokratisierung wurde sie in den meisten Fällen zum bedeutenderen legislativen Organ, was eine Bezeichnung als „Erste Kammer“ gerechtfertigen kann. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Niederlande, wo die Kammern offiziell als Erste und Zweite Kammer bezeichnet werden.
- In der Parlament-Spalte ist ebenfalls der Sitz des Parlaments angegeben. In den meisten Fällen ist er mit der Hauptstadt identisch. Staaten in denen der Parlamentssitz von der Hauptstadt abweicht sind kursiv angegeben (z. B. Bolivien).
Liste der Parlamente
Hauptartikel Liste der Parlamente
Funktionen
- Gesetzgebungsfunktion/Legislative Funktion: Eine der Hauptfunktionen von Parlamenten ist der Beschluss von Gesetzen, diese Funktion fällt dem Parlament durch die Gewaltenteilung zu.
- Wahlfunktion: Die Parlamente wählen Personen wie den Parlamentspräsidenten, hohe Richter oder in parlamentarischen Regierungssystemen das Regierungsoberhaupt.
- Kontrollfunktion: Die Parlamente haben oft die Aufgabe, die Exekutive zu kontrollieren. Dazu verfügen sie über Kontrollrechte wie das Recht, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen oder über Geheimdienstaktionen informiert zu werden. Die Kontrollfunktion wird normalerweise vor allem von der Opposition wahrgenommen. Kontrolliert werden Richtung, Effizienz und die Rechtmäßigkeit des Regierungshandelns. Um die Exekutive wirksam kontrollieren zu können ist das Parlament in der Lage, das Regierungsoberhaupt abzuwählen, beispielsweise durch ein konstruktives Misstrauensvotum, oder anzuklagen, wie beim Impeachment.
- Kommunikationsfunktion/Öffentlichkeitsfunktion: Sie lässt sich unterteilen in Repräsentations- oder Artikulationsfunktion, das Parlament soll die in der Öffentlichkeit vorhandenen Auffassungen zum Ausdruck bringen und Willensbildungs- oder Öffentlichkeitsfunktion, nach der das Parlament das Volk informieren soll.
Rechte
- Budgetrecht: Eines der ältesten Rechte von Parlamenten ist das Budgetrecht. Der Haushalt wird als Gesetz verabschiedet und kann auch dazu dienen, die Regierung zu kontrollieren.
- Interpellationsrechte: Um die Kontrollfunktion wahrnehmen zu können haben Parlamente das Recht, Regierungsmitgliedern Fragen zu stellen.
- Selbstauflösungsrecht: So bezeichnet man das Recht eines Parlamentes, sich selbst aufzulösen, so dass es zu Neuwahlen kommt. Nicht jedes Parlament, so auch der Bundestag, haben das Recht zu Selbstauflösung.
Bild:Reichstag mit Wiese.jpg|Reichstagsgebäude in Berlin
Bild:CIMG2174_parlament_wien.jpg|Parlament in Wien
Bild:Bundeshaus - Parlamentsgebäude Südfassade - 001.jpg|Bundeshaus in Bern
Bild:European_parliament_with_flags.jpg|Europäisches Parlament in Straßburg
Bild:Parliament_UK.JPG|Houses of Parliament in London
Bild:US Capitol.jpg|US-Kapitol in Washington
Bild:Parlament_italien.JPG|Palazzo Montecitorio in Rom
Bild:Parlament Budapest3.jpg|Ungarisches Parlament in Budapest
Bild:Riksdagen-fran-vattnet-2004-05-09.jpg|Schwedischer Reichstag in Stockholm
Bild:Christiansborg Slot11.jpg|Schloss Christiansborg in Kopenhagen
Bild:norwegisches_Parlament.jpg|Norwegisches Parlament (Stortinget) in Oslo
Bild:finnisches_Parlament.jpg|Finnisches Parlament (Eduskunta) in Helsinki
Bild:Knesset in Jerusalem Israel.jpg|Knesset in Jerusalem
Bild:National People's Congress.JPG|Nationaler Volkskongress in Peking
Bild:Japanese national diet building.jpg|Japanischer Reichstag in Tokio
Parlamentsgeschichte
Frankreich
Im Frankreich des Ancien Régime wurde mit Parlament ein Gerichtshof bezeichnet, der als eine der ältesten Institutionen des Reiches galt. Das Parlament konnte die königliche Rechtsprechung bestätigen oder auch korrigieren, in dem es, vor allem im 18. Jahrhundert, ein Gesetz zur "remontrance" an den König zurückverwies. Die verschiedenen Kammern der Parlamente wurden nach ihren Jurisdiktionsbereichen unterschieden ("grande chambre", "chambre des enquêtes", "chambre de requêtes", "tournelle criminelle" und auch die "chambre de l'édit" (bis 1685, siehe Wiederrufung des Ediktes von Nantes)). Besonders im 18. Jahrhundert galten die Parlamente als ein Hort der Opposition von Teilen des Adels ("noblesse d'épée" wie auch der "noblesse de robe") als auch von Teilen des dritten Standes gegen einen als despotisch empfundenen Absolutismus, zu dem sich die jansenistische Opposition gegen die Jesuiten und eine ultramontane Kirche gesellte.
Im Königreich Frankreich wurden neben dem ersten und wichtigsten Parlament von Paris noch die Parlamente von Toulouse (1303), Grenoble (1453), Rouen (1499), Aix (1502), Rennes (1533), Pau (1620), Metz (1633), Douai (1686), Dôle (1676), Besançon (1676) und zuletzt Nancy (1775) eingerichtet.
Siehe auch: Parlement
England
Das englische Parlament entwickelte sich aus dem adligen Beraterkreis der normannischen Könige, dem so genannten witan. In ihm waren nicht nur persönliche Vertrauensleute des Königs vertreten, sondern sowohl Hoch- als auch Landadlige und hohe geistliche Würdenträger, die aufgrund ihrer Macht einen Anspruch auf die Mitgliedschaft besaßen. Die Beratung des Königs durch den witan' wurde nicht nur als Pflicht seiner Mitglieder, sondern auch als ihr Recht verstanden. Der König war also verpflichtet, den Rat einzuholen. Unter den frühen Normannenkönigen wurden die Parlamente nur jeweils nach Bedarf einberufen, wenn wichtige Themen zu beraten waren. Am 20. Januar 1265 waren erstmals auch niedere Ritter und bürgerliche Vertreter von Grafschaften und Städten zu einem Parlament eingeladen. So entstand das House of Commons, das Unterhaus. Im 14. Jahrhundert nahmen Selbstbewusstsein und Macht des Parlaments zu, ebenso die Zahl der Mitglieder. Das Parlament verstand sich nicht nur als Beratungs-, sondern zunehmend als Kontrollorgan dem König gegenüber. Zudem beanspruchte es die Funktion des obersten Gerichtshofs und vor allem das Recht, Steuern zu bewilligen. Auch die Einberufung war nicht mehr allein vom Willen des Königs abhängig. Die Parlamentsmitglieder konnten zunehmend auch auf eigene Initiative zusammentreten. Allerdings wurde das englische Parlament dadurch zunehmend auch der Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen den Adelsgruppen des Landes.
Polen
Das allgemein-polnische Parlament - der Sejm walny - entstand Ende des 14. Jahrhunderts. Es setzte sich aus Vertretern der Regionalparlamente - Sejmiki - zusammen, welche widerum von den adligen Bevölkerungsgruppen gewählt wurden. Der Adel machte in der polnisch-litauischen Adelsrepunblik 10 - 12 % der Bevölkerung aus. Der Sejm walny kam einmal pro Jahr sowie zur Königswahl zusammen. Mit den Privilegien von 1454 wuchs die Rolle des Sejm walny und rang dem König immer mehr Rechte zugunsten des Adels ab. Mit der Verfassung Nihil Novi - "Nichts über uns ohne uns" - von 1505 wurde die Legislative auf den Sejm waly übertragen, der König durfte ohne dessen ausdrückliche Zustimmung keine Gesetze mehr erlassen. In diese Zeit fällt auch die Umwandlung des Sejm walny in drei Kammern - "drei Stände" - den Sejm (Abgeordnetenhaus), den Senat (Königsrat) und den König. Eine weitgehende Reform erfuhr der Sejm walny mit der Lubliner Union von 1569 und der Warschauer Verfassung von 1572, die insbesondere die Gleichstellung der Konfessionen und die Religionsfreiheit sicherte. Zudem wurde festgelegt, dass der Sejm mindestens einmal in zwei Jahren zusammenkommen soll. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Tagungsort des Sejm walny von Petrikau nach Warschau verlegt. Ab 1673 tagte er auch jedes dritte mal in Grodno. 1654 wurde das liberum veto eingeführt, das die Einstimmigkeit der Beschlüsse vorschrieb. Stimmte ein Abgeordneter gegen ein Vorhaben, dann musste weiterverhandelt werden. Der große Sejm, der von 1788 bis 1792 im Warschauer Königsschloss tagte erließ 1791 die Verfassung vom 3. Mai, die erste aufgeklärte Verfassung Europas und nach den USA zweite in der Welt. Mit der dritten polnischen Teilung polnische Teilungen wurde der Sejm walny aufgelöst. Im Warschauer Großgherzogtum (1807-1814) und am Anfang des russischen Königreichs Polen (1815-1832) bestand ein polnischer Sejm in Warschau. Nach 1867 wurde in galizien (Südpolen) ein Sejm in Lemberg eingerichtet. Erst wieder in der Zweiten Polnischen Republik wurde ein gesamtpolnischer Sejm mit zwei Kammern (Sejm und Senat) gebildet. In der Volksrepublik gab es nur einen Sejm mit einer Kammer. 1989 wurde der Senat wiedereingeführt.
Siehe auch
- Liste der Parlamente
Weblinks
- [http://www.dict.org/bin/Dict?Form=Dict2&Database= - &Query=Parliament dict.org über die Bedeutungen von Parlament] (englisch)
- [http://www.bpb.de/wissen/H75VXG,,.html?wis_search_action=search&wis_search_buchstabe=P&wis_search_type=1 Politik-Begriffe "P"]
Kategorie:Politischer Begriff
Kategorie:legislative
ja:è°ä¼š
ko:국회
Kategorie:Grüne Partei!Grune
Partei
ko:분류:녹색당 Exposé (band)Exposé is a Latin freestyle pop-dance trio of the 1980s. Record producer and songwriter Lewis A. Martineé formed an all-female vocal trio called Exposé in 1984; he hired Sandra Casanas ("Sandeé"), Alejandra Lorenzo ("Alé"), and Laurie Miller to be in the group's lineup. The next year, they recorded "Point of No Return" which became a dance hit. The year after, they recorded and released another dance single entitled "Exposed to Love". This led to their signing with Arista Records. But shortly thereafter, Casanas was fired, and Lorenzo quit to pursue other ambitions; they were replaced by Jeanette Jurado and Gioia Bruno. Before the completion of their debut album, Miller left the group due to personal and business problems and began a solo career; she was replaced by Ann Curless.
Ann Curless
Toward the end of 1986, the group released their debut album Exposure (which still consisted of background vocals done by the original members). Led by the huge pop/dance hit "Come Go With Me," this album proved to be one of the most successful dance albums ever released, going multi-platinum. In 1987, a rerecorded version of "Point of No Return" was released; while the first few thousand copies of Exposure contained the original version of that song, the rest of the copies contained the new version. Their biggest hit occurred in the winter of 1988 with the single "Seasons Change".
During their peak, Exposé had to fight problems behind the scenes. Similar to the girl groups of the sixties, the members of Exposé had a restrictive contract, and there were reports in the media of backstage battles and threats of lawsuits. Reportedly, the record label intervened to keep peace between the members and the producers.
Their second album, What You Don't Know (1989), went gold and proved to be almost as much of a success as their debut. The success of Exposé in the US lead to a lot of similar girl groups being created by producers and existing ones being signed to labels. With the release of the single "Tell Me Why," the group made history when they became the first girl group to have 7 back-to-back Top 10 hits on the Billboard Hot 100.
In the middle of 1990, Bruno began having throat problems which soon turned out to be a benign tumor in her vocal cords. The group took a little bit of time off from their schedule in hopes that she would recover. But her health only worsened, and she was finally replaced by Kelly Moneymaker in 1992.
1992
That same year, the group released their third album Exposé, which leaned more to an adult-contemporary style. The album was not as commercially successful as their previous albums, and two singles from the album failed to make the US Top 40. Despite the disappointment, they managed to have two US Top 40 hits from the album: "I Wish the Phone Would Ring" and the #1 adult-contemporary smash "I'll Never Get Over You Getting Over Me" (most noted for a sax solo by Steve Grove, who now goes by the alias Euge Groove). In 1995, they recorded the Diane Warren-penned song "I'll Say Good-Bye for the Two of Us" for the soundtrack of the film Free Willy 2: The Adventure Home; that same year, the song was issued on Greatest Hits.
Toward the end of 1995, Arista dropped the group, and the members disbanded at the beginning of 1996 to pursue their own projects. However, over time, BMG has released two other variations of Greatest Hits collections, as well as a collection of popular remixes from their 12-inch singles.
Jurado ended up doing work with Jazz artists; Kelly Moneymaker has released a few albums (Like a Blackbird and Through these Basement Walls); while Curless has done a few low-key projects. In 1997, Bruno fully recovered from her throat tumor and began singing again. After a small stint with the band Wet, she worked on a solo career focused mostly on dance oriented material. Her first album, Expose This, was released in the Spring of 2004.
During the summer of 2003, the lineup of Curless, Jurado, and Moneymaker reunited briefly for a reunion concert. Currently, Curless, Jurado, and Moneymaker paid for permission to use the name. Bruno was invited but chose not to perform since their deal to use the name required the members to not promote their own music while doing so. No further appearances of Exposé have occurred, which is likely due to this restriction.
Discography
Albums
- 1987: Exposure
- 1989: What You Don't Know
- 1992: Exposé
Compilations
- 1995: Greatest Hits
- 1999: Master Hits
- 2001: The Encore Collection: Seasons Change
- 2002: Exposé's Greatest Dance Mixes
Singles
- 1985: "Point of No Return" (lead vocals by Aléjandra Lorenzo)
- 1986: "Exposed to Love" (lead vocals by Aléjandra Lorenzo, from the album Exposure)
- 1987: "Come Go With Me" (US #5; lead vocals by Jeanette Jurado, from the album Exposure)
- 1987: "Point of No Return" (US #5; rerecording of their 1985 hit; lead vocals by Jeanette Jurado, from the album Exposure)
- 1987: "Let Me Be the One" (US #7; lead vocals by Gioia Bruno, from the album Exposure)
- 1987: "Seasons Change" (US #1; lead vocals by Jeanette Jurado, from the album Exposure)
- 1989: "What You Don't Know" (US #8; lead vocals by Gioia Bruno, from the album What You Don't Know)
- 1989: "When I Looked at Him" (US #10; lead vocals by Jeanette Jurado, from the album What You Don't Know)
- 1989: "Tell Me Why" (US #9; lead vocals by Gioia Bruno, from the album What You Don't Know)
- 1990: "Your Baby Never Looked Good in Blue" (US #17; lead vocals by Jeanette Jurado, from the album What You Don't Know)
- 1992: "I Wish the Phone Would Ring" (US #28; lead vocals by Jeanette Jurado, from the album Exposé)
- 1993: "I'll Never Get Over You (Getting Over Me)" (US #8; lead vocals by Jeanette Jurado, from the album Exposé)
- 1993: "As Long as I Can Dream" (US #56; lead vocals by Ann Curless, from the album Exposé)
- 1994: "In Walked Love" (US #84; lead vocals by Ann Curless, from the album Exposé)
See also
- List of number-one hits (United States)
- List of artists who reached number one on the Hot 100 (US)
- List of number-one dance hits (United States)
- List of artists who reached number one on the US Dance chart
External links
- [http://www.expose-epistle.org/ The Exposé Epistle On-Line]
- [http://www.gioiabruno.com/ Gioia Bruno's official site]
- [http://www.lauriemiller.com/ Laurie Miller's official site]
- [http://midnitesunrecords.com/~kelly/index.html Kelly Moneymaker's official site]
Category:Popular musical groups
Category:American musical groups
Category:Girl groups
Exposé
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